Adventskonzert am 14.12.2018

Es ist später Nachmittag. Der Ballsaal der Freien Evangelischen Gemeinde ist in stilles Licht getaucht. Im ganzen Raum sind Tische weihnachtlich geschmückt und mit Leckereien gedeckt. Viele Plätze sind schon gefüllt, Kinder wuseln zwischen den Stühlen, dazu sitzen Eltern, Großeltern, hier und da ein Wiedersehen, Lachen, winkende Arme, eine fröhliche Stimmung. Ich bin mit meinen Kindern da, die Mittlere hat sich schon warmgespielt, sie ist ganz unaufgeregt trotz der vielen Menschen hier. Der Jüngste ist gerade 5, wird er das Adventskonzert kultiviert ruhig überstehen, frage ich mich.

Kerzen werden angezündet, die große Bühne ist hell ausgeleuchtet. Der Moderator, Frank Döhler, nimmt die flatterige Menge einladend begeistert mit. Auf eine Reise zum Fest und zu den talentierten Kindern. Als die ersten Kinderhände weihnachtliche Klaviertöne erzeugen, wird es stiller im Raum. Sie werden von einer mehrstimmigen Querflötengruppe abgelöst, mittendrin meine Tochter. Was freue ich mich, dass sie sich selbst so erleben kann. Ich sehe ihren stolzen Blick, als sie von der Bühne geht, ich freue mich von tief innen. Dann wieder Klavierhände, dazwischen Kinderhände auf Gitarrenseiten. Die Kinder gehen entspannt zu ihrem Instrument, innerlich zuversichtlich, spielen, als ob es nur sie im Raum gäbe. Ich bin erstaunt. Die Einen virtuos konzentriert, die Anderen ganz leicht und verspielt. Die Lernwege auf einem Instrument lassen sich erahnen. Und ich spüre noch etwas anderes: kein Kind ist erschüttert, wenn es sich verspielt. Das scheint hier als Teil des Lernens dazu gehören zu dürfen, auch an einem solchen Tag. Dass die Kinder das ausstrahlen, berührt mich.

Mit Weihnachtsliedern zum Mitsingen werden auch wir als Eltern Teil des Konzertes. Der Saal singt gemeinsam „Weihnachtsbäckerei“ und mein Jüngster jauchzt und giggelt vor Freude zu diesem Lied. Eine Streichergruppe kommt auf die Bühne. Neben Teenagern sitzt ein viel Jüngerer hinter seinem Cello, schaut zu ihnen auf und streicht treu seine Stimme, seinen wichtigen Platz in diesem Ensemble. 

Es wird ein langes Konzert. Fast 2 Stunden bringen Kinderhände Cellisaiten zum Klingen, tanzen über Saxophon- und Klaviertasten, schließen Flötenlöcher oder bringen mit ihren Gitarren uns Zuhörern echten Hörgenuss. Dazwischen swingen Teens mit cooler E-Gitarre und Schlagzeug laut in einer Jazzgruppe, gegen Ende bringt uns eine Teens-Musicalband Weihnachten mit ihrem Lied und großartiger Stimme berührend nah. Mein Jüngster hat sich schon vor einer halben Stunde davongemacht, satt von den weihnachtlichen Leckereien an unserem Tisch. Er malt hinten am Kindermaltisch und setzt sich manchmal mit 2 anderen Jungs vor die Bühne, wenn was richtig laut klingt. All das geht hier, alles liebevoll und für die Kinder. Auf der zwischenzeitlichen Suche nach meinem Kind begegne ich im Gang dem kleinen Cellisten von vorhin und komme mit seiner Mutter flüsternd ins Gespräch. Ich bin sein Fan, sage ich ihr und frage, wie das so geht, dass so ein kleiner Wilder fleißig Cello lernt. Ach sagt sie, sie habe daran gar nichts gemacht. Der Vater höre gern eine Klavier-Cello-Band und der Sohn hätte mit sechs Jahren festgelegt, er möchte gern Cello lernen. Nun seien sie im 2. Jahr an der Musikschule, sie selbst spiele aber kein Instrument. Und dann schon in diesem Streicherensemble staune ich begeistert. Und sie ist es auch. Die Möglichkeit mit den Großen mitzuspielen habe ihn so beglückt und gezeigt, was mit seinem Instrument alles möglich ist. Er sei begeisterter denn je.

Und ich? Ich bin es auch. Von diesem liebevollen Lernraum für Kinder. Und von den Kindern und allem, was so bunt in ihnen steckt.

Dorit Rosenthal | zwei ihrer Kinder lernen an der MSGL

 

Datum: 14.12.2018
Beginn: 17:00 Uhr
Ort: Goldenes Lamm, Dresden <script type="text/javascript"> obj = document.getElementByClassName('anmelden '); obj.style.display = obj.style.display == 'none'; </script>


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